AZ Altona – kein Jahr mehr ohne!

Das Autonome Zentrum Altona wird ein Jahr alt! Eigentlich ein Grund zu feiern, aber oh! Da war doch was? Richtig, die Polizei hat uns geräumt. Die Situation in Altona wurde inzwischen auch nicht besser. Aus dem ex-Finanzamt wird ein „Creative Campus“, der Zukunftsplan wird durchgezogen und trotz Moratorium und Baustopp ist ein vorzeitiges Ende von Neuer Mitte und IKEA nicht in Sicht: Die Gentrifizierung geht weiter und das AZ scheint in weiter Ferne.

Höchste Zeit, zur Flasche zu greifen! Das ist nicht verzweifelt, sondern gut so, denn es stehen immer noch Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gegen die 40 Besetzer_Innen des ehemaligen Finanzamts an. Soll heißen, die Leute brauchen weiterhin Geld und natürlich tat- und tanzkräftige Unterstützung, damit es nicht noch ein Jahr ohne AZ Altona gibt. Damit das Ganze größtmöglichen Spaß macht, haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, um euch am Samstag, den 19.05., feinstes Unterhaltungsprogramm präsentieren zu können!

Los geht es in der Roten Flora ab 20:00 mit einem Konzert von The Tidal Sleep (Screamo) und Cannon For Cordoba (Hardcore), präsentiert von Epic Problem Entertainment. Ab Mitternacht legen auf zwei Floors DJ(ane)s auf. Auf dem einen gibt es Techno und Minimal von Dom (gorbatschowa/fsk), getoese (fsk) und Miles (Imagine). Auf dem anderen Balkan, Reggae, Funk, HipHop, Dubstep und Techno von Jonspecta (Mu:sick), Daktari (Smash Bang Records / 29er), b2b Rebell (Electromofa Gang / 29er) und weiteren. Das wird ’ne feine Sause :)

Hoch entzückt und in freudiger Erwartung,
Eure Kampagne für ein AZ Altona!

19.05. Rote Flora: AZ Soliparty!

Hier schonmal der Flyer für unsere Party am 19.05. Mit im Boot sind auch Epic Problem Entertainment. Der Ankündigungstext folgt in Kürze!

AZ Party Flyer

[indy] Aktionen um den Jahrestag

Auf Indymedia ist ein kurzer Bericht zu unserem Aktionstag/Brunch am 21.04., sowie anderen Aktionen zum Jahrestag der Besetzung, aufgetaucht:

„Aktionen zu 1 Jahr Finanzamt Besetzung

Rund um das einjährige Jubiläum der Besetzung des ehemaligen Finanzamt Altona fanden mehrere Aktionen statt. Trotz massiver Bullenpräsenz im Stadtteil wurde am 21.04. in der Yuppieeinkaufsmeile gebruncht. Nachdem die uniformierten Bullen abgezogen waren, zog eine entschlossene Spontandemo durch die Neue Große Bergstraße. In der Geburtstagsnacht wurde der IKEA Bauzaun verschönert.

- Autonome Grüppchen“

Auf Linksunten
Auf de.indy

Stellungnahme zu den Hitler-Plakaten am IKEA Bauzaun

In den letzten Wochen wurden am Bauzaun des zukünftigen Ikea-Areals an der Großen Bergstraße Plakate angebracht, die sich satirisch mit der Umstrukturierung Altonas auseinandersetzen.
Mediale Beachtung erfuhr diese Aktion deshalb, weil eines der Plakate ein Bild Adolf Hitlers zeigte, zusammen mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes Alfred Jodel. Letzterer war maßgeblich an der Planung des Angriffs auf die Sowjetunion beteiligt. Die Deportationen der europäischen Jüdinnen_Juden bezeichnete Jodel als „staatliche Notwendigkeit“.

Wir sind uns dessen bewusst, dass ohne dieses Plakat die Aktion von der bürgerlichen Presse unbeachtet und somit einer breiten Öffentlichkeit unbekannt geblieben wäre. Ein Bild Hitlers zu verwenden ist dabei ein absolut sicheres Mittel, die gewünschte Aufmerksamkeit zu erregen.
Gründe dafür sind aber nicht die städtebaulichen Planungen im Nationalsozialismus, sondern die millionenfache, industrielle Vernichtung von Menschen, die im Sinne der „Nürnberger Rassengesetze“ als jüdisch galten, die Ermordung der Sinti und Roma, der Zeugen Jehovas, der Homosexuellen, der damaligen Systemgegner_innen, Widerstandskämpfer_innen und deren Familien.
Auch wenn es von den Gestalter_innen der Bilder vielleicht nicht beabsichtigt war: Der gewünschte Werbeeffekt ist nicht zu haben, ohne die Opfer des deutschen Faschismus zu instrumentalisieren.

Wir lehnen eine solche Werbestrategie ausdrücklich ab.
Gerade im Land der damaligen Täter, in dem noch immer zu viele Menschen versuchen, einer ehrlichen Aufarbeitung zu entgehen, indem sie ihren Familiengeschichten einen erfundenen jüdischen Großvater oder eine Tante im Widerstand hinzufügen, anstatt sich der historischen Verantwortung zu stellen, darf es nicht hingenommen werden, dass die Funktionäre des NS zu beliebigen „Feindbildern der linken Szene“ reduziert werden, wie es die mopo als Reaktion auf die Plakate tut.

Die Anwohner_innen Initiative Altopia tut sich in Sachen Relativierung ganz besonders hervor.
Das Plakatmotiv verteidigend stellt sie auf ihrem Blog unter Anderem klar:

„Diese Planungen sind so unfassbar kaltherzig, dass es u.E. gerechtfertigt ist, mit dem satirischen Rückgriff auf den Gröbaz (grrrößten Bauherren aller Zeiten) diesen sogenannten „Masterplan“ für die NEUE MITTE ALTONA anzugreifen.“

(der gesamte Text ist unter http://altopia.blogsport.de/ nachzulesen – wir wollen den Quatsch hier nicht in voller Länge dokumentieren)

Bleibt nur noch zu sagen, dass wir als Kampagne für ein AZ in Altona die Erklärung Altopias für so unfassbar Geschichtsvergessen halten, dass wir jede Zusammenarbeit mit dieser Initiative für die Zukunft ablehnen.

Stellungnahme zum Angriff vom 24.12.2011

Schon seit Jahren kommt es in Hamburg und anderen Städten zu gewalttätigen, innerlinken Übergriffen, bei denen es auf verschiedenen Ebenen um Kritik am Antisemitismus und das Verhältnis zum Staat Israel geht. Klar sollte sein, dass weder die Anwendung von Gewalt zur vermeintlichen Lösung inhaltlicher Konflikte, noch Antisemitismus, egal welcher Couleur, in einer sich als emanzipatorisch verstehenden Bewegung Platz haben. Dennoch hat beides auch innerhalb der radikalen Linken traurige Tradition.

Ein jüngster Angriff ereignete sich am 24.12.2011 von 8 Menschen aus dem Umfeld der Roten Szene Hamburg (RSH) auf drei, als „antideutsch“ gelabelte Personen.¹ Wir unterstützen die Positionierung der Roten Flora zu diesem Vorfall, sowie seinen Vor- und Nachspielen, solidarisieren uns mit den Betroffenen und lehnen in der Konsequenz eine Zusammenarbeit mit RSH, SoL und TAN/Assoziation Dämmerung entschieden ab.²

Gewalt- und Herrschaftsverhältnisse bekämpfen – auch innerlinke!

Kampagne für ein AZ Altona
http://az4altona.blogsport.de

1 Zu einer Dokumentation des Übergriffs aus Sicht der Betroffenen sei auf den Text „Alle Jahre Wieder“ verwiesen: http://allejahrewieder.blogsport.de/
2 Positionspapier der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“ und des Plenums der Roten Flora zu (innerlinker) Gewalt und dem 24.12.: http://florableibt.blogsport.de/material/texte/fuer-einen-solidarischen-und-respektvollen-umgang-in-linken-strukturen/

IvI bleibt!!

Das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) wurde 2003 am Campus der Frankfurter Goethe-Universität besetzt und wird seitdem von einer „Vielzahl an Gruppen und Initiativen […] für Konzerte und Ausstellungen, Lesekreise und Vorträge, Kongresse und Parties“ genutzt. Wie seit Ende Februar bekannt ist, steht die Universitätsleitung bereits seit längerer Zeit in Verhandlungen über den Verkauf der Institutsräume. Der Verkauf wurde weitgehend unter Ausschluss der (universitären) Öffentlichkeit abgewickelt, Mitarbeiter_innen und Nutzer_innen des IvI erfuhren erst aufgrund einer Anfrage des AStAs davon. Laut Presse soll das Gebäude im Sommer in den Besitz der Franconofurt AG übergehen.

Dass ein Verkauf das Ende des IvI bedeutet ist allen Beteiligten klar, auch die unzulänglichen Ausweichangebote der Universitätsleitung würden das Institut in seiner jetzigen Form nicht erhalten. Angesichts der erbärmlichen Lage des akademischen Forschungs- und Lehrbetriebs im Allgemeinen und der ohnehin höchst marginalen Möglichkeit kritischer Bildung, halten wir Orte der studentischen Selbstverwaltung aber für unbedingt notwendig um dem Elend im Student_innenmileu wenigstens ein bisschen kritisches Denken entgegenzusetzen. Den Anspruch des IvI, auch für Menschen außerhalb der Universität offen zu sein, unabhängig von deren „Status und soziale[r] Herkunft“, können wir nur voll und ganz unterstützen.
Schluss mit dem Abbau selbstverwalteter Strukturen! IvI bleibt!

Kampagne für ein AZ Altona
az4altona.blogsport.de

Website des IvI: http://ivi.copyriot.com
Solidaritätsblog: https://weloveivi.wordpress.com/

(K)ein Jahr ohne Autonomes Zentrum Altona

Am 23. April jährt sich zum ersten Mal die Besetzung des ehemaligen Finanzamtes in der Großen Bergstraße 264. Letztes Jahr versuchten dort mehrere hundert Menschen, in und vor dem Gebäude, sich ihr Recht auf Stadt zu nehmen und ein Autonomes Zentrum in Altona-Altstadt zu etablieren. Nach ca. 7 Stunden räumte die Polizei das „Autonome Centrum Altona Bahnhof“ und leitete Strafverfahren gegen die verbliebenen 40 Besetzer_innen sowie eine solidarische Person vor dem Haus ein.

Seitdem ist viel passiert im ehemaligen Finanzamt. Schon wenige Monate nach der Besetzung tönte Mark Classen (SPD) herum, er wolle ein „Kreativzentrum“ dort einrichten, um „Mehrwert für Altona“ zu schaffen. Zeitweise hieß das auch mal „Community Center“ oder „Creative Campus“, das Konzept bleibt das gleiche: Kulturelle und vor allem ökonomische Aufwertung des Stadtteils durch Akteur_innen aus der „Creative Class“ (Richard Florida). Das ist genau die Sorte Stadtentwicklung, die schon seit Jahren unter dem Label „Marke Hamburg“ die Gentrifizierung Altonas, des Schanzenviertels, St. Paulis und anderer Stadtteile vorantreibt. Laut einer Pressemitteilung des Senats sind nun zwei der vier Etagen durch die stadteigene Kreativ Gesellschaft an Mieter_innen aus der „Kreativwirtschaft“ vermittelt worden, eine dritte vermietet sie selber an das gleiche Klientel.

Viele scheinen noch zu denken an Aufwertung gäbe es nichts auszusetzen. Das Straßenbild wird sauberer, die baufälligen Gebäude werden saniert und die Läden freuen sich, weil mehr Kund_innen ins Viertel kommen. Aber wo viel Nachfrage ist, zieht es auch das Angebot hin, und es gibt keine unbegrenzte Zahl von Gewerbe- und Wohnräumen in Altona-Altstadt. Eine Mietsteigerung im Zuge der Gentrifizierung ist genauso unausweichlich, wie dass es Mieter_innen gibt, die sich keine Mietsteigerung leisten können. Die Kräfte des Markts sind keine schadlose Wunderheilung für das Schmuddelquartier, sondern befördern die Konkurrenz unter denen die dort wohnen und arbeiten. Die Grundeigentümer_innen und Vermieter_innen freut es, dass sie ihre Ware (Wohn- bzw. Gewerbeflächen) jetzt für noch mehr Geld verkaufen können. Der Rest darf sich um die neugebauten Sozialwohnungen und Gewerbeflächen in der Neuen Mitte Altona prügeln oder an den Rand Hamburgs ziehen. Von Bezirk und Stadt sind hierzu höchstens Lippenbekenntnisse zu erwarten, um Wähler_innenstimmen zu gewinnen.

Dass nun, neben IKEA und der Neuen Mitte, ausgerechnet der Wunsch nach einem Autonomen Zentrum für die Gentrifizierung Altonas instrumentalisiert werden soll, ist ein kluges Manöver des Bezirks. Entgegen den Fantasien eines Mark Classen, war es aber nie das Anliegen der Kampagne für ein AZ Altona, noch mehr leicht-verwertbaren Schickimickischeiß in Hamburg zu etablieren. Mit einem selbstverwalteten Zentrum soll ein Kontrapunkt gegen steigende Mieten, gegen Verdrängung und Aufwertung durch die Immobilien-Verwertungs-Koalition von Stadt und Unternehmen gesetzt werden. Wir wollen und brauchen einen Ort, an dem wir respektvoll und solidarisch miteinander umgehen, wo wir kritisch, kreativ und aktiv sein können und den Rahmen dessen selbst bestimmen! Wir sind Aktivist_innen aus Altona und Umgebung, die ein Autonomes Zentrum in Altona wollen und für absolut notwendig halten. Auf regelmäßigen Treffen diskutieren und entwickeln wir Ideen und beteiligen uns an der Realisierung eines selbstverwalteten Zentrums. Auch wenn das ehemalige Finanzamt zum „Creative Campus“ verkommt: Es gibt immer noch viel zu viel Leerstand in Altona!

Bericht + Video zum 17.12.11

Das Autonome Zentrum Altona, der Weihnachtsmarkt, die Sesamstraße, die Polizei & ein Schuhladen:

Am 17.12. fand der Aktionstag der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“ gegen kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung statt. Unter dem Motto „Access all Areas“ waren alle dazu aufgerufen die umkämpften Plätze der Stadt sichtbar zu machen und durch dezentrale Aktionen ein deutliches Zeichen gegen die Verdrängungspolitik zu setzen.

Das Autonome Zentrum Altona rief zur Kundgebung „Weihnachtsfeier im Exil“ auf dem Alma-Wartenberg-Platz auf. Um 15 Uhr versammelten sich etwa 40 Menschen und ein Streifenwagen dort. Auf Nachfrage der Polizei, welche Person diese Veranstaltung anmelden und organisieren würde, gab es keine Antwort. Also konnte die Kundgebung wie geplant unangemeldet, ganz im Sinne einer Platzbesetzung stattfinden.

Es wurden Kinderpunsch und Flyer an Passant*innen und Anwohner*innen verteilt und die Gelegenheit genutzt ins Gespräch zu kommen. Zwischen 15 Uhr und 17.30 Uhr haben sich immer wieder Menschen zum Kundgebungsort bewegt, sodass etwa 100 interessierte Menschen an dem Tag das AZ Altona im Exil besucht haben.

Sehr erfreulich an diesem Tag war Berichten zufolge, dass sich ein Ernie & Bert Flashmob ungestört von der Polizei in Altona bewegen konnte, da die Polizei sich um die Aufsicht des Kundgebungsortes kümmerte. So wurden die Menschen beim Weihnachts-Shopping von etwa 20 Ernies und Berts mit Parolen, wie „Az Altona kommt“, oder „Kapitalismus abschaffen“ konfrontiert. Viele Kinder winkten ganz begeistert und fragten ihre Eltern, was denn auf den Schildern oder den verteilten Flyern stehen würde.

Danach besuchten Ernie und Bert den Weihnachtsmarkt in Altona, um gemeinsam eine neue Version vom „Rauch-Haus-Song“ zu singen. Als der Text verteilt wurde, erwiderten einige Weihnachtsmarkt Besucher*innen sofort, dass sie das Lied kennen würden und sangen mit.

Die letzte Station des Flashmobs war der neue „Love-Boots“ Laden am Spritzenplatz in Altona. Zuvor befand sich dort ein netter Kiosk, betrieben von einer türkisch-stämmigen Familie, bei dem der Kaffee 1 Euro kostete. Ernie und Bert waren so begeistert über den 9. Schuhladen in der Ottenser Hauptstraße, dass sie direkt alle Schuhe anprobieren wollten. Die Verkäuferinnen fanden das überhaupt nicht angemessen und riefen hysterisch die Polizei. Als diese eintraf waren Ernie und Bert allerdings schon weitergezogen, sodass die Polizei in Ruhe alle Schuhe sicherstellen konnte. Berichten zu Folge hat der Polizei-Einsatz im Schuhladen herumstehende Menschen des Weihnachtsmarkts sehr verwirrt, da nicht ersichtlich war, warum ca. 30 Polizist*innen etwa 20 Minuten lang einen Schuhladen durchsuchten. So hat sich eben an diesem Tag auch die Polizei teilweise am „Access all Areas“ Konzept beteiligt und uns eine Menge Spaß beschert.

AZ Altona kommt!

17.12. – Aktionstag Access Hamburg

Ihr alle seid am Access Hamburg – Aktionstag(17.12.) herzlich zu unserer Weihnachtsfeier im Exil eingeladen. Ihr findet uns von 15.00 bis 17.30 auf dem Alma-Wartenburg-Platz in Ottensen.

Hier der komplette Aufruf:

17. Dezember 2011 Auf los geht‘s los… Access Hamburg
Aktionstag gegen kapitalistische Stadtentwicklung mit Kundgebungen gegen Vertreibungspolitik und Topfschlagen gegen steigende Mieten!

(mehr…)

Zomia goes Altona!? Zomia ist in Altona!!!

Zomia hat heute um 11.00 Uhr eine Fläche in Altona Schützenstraße Ecke Leverkusenstraße bezogen. Alle hin da und unserer Solidarität Ausdruck verleihen!