Archiv für Januar 2013

[Sat.1 Regional] Zukunft von Kreativzentrum im ehemaligen Finanzamt Altona ungewiss

Günstige Mieten sind in Hamburg extrem schwer zu finden, sowohl auf dem Wohnungsmarkt, als auch bei Büro- und Arbeitsräumen. Die Kulturbehörde hat sich vor einiger Zeit der Gruppe der sogenannten Kreativberufe verstärkt angenommen und unterstützt Leute, die ihr Geld als Künstler, Designer, oder Schauspieler verdienen wollen, aber keine hohe Gewerberaum-Mieten aufbringen können. In Hamburg-Altona fand sich eine Lösung für das Problem – jedenfalls eine vorläufige. Die Kreativen dürfen derzeit die Räume des ehemaligen Finanzamtes nutzen, doch vielleicht nicht mehr lange, denn die Stadt hat die Dauer der Mietverträge auf drei Jahre begrenzt. Zu einem möglichen Verkauf der Immobilie in zentraler Lage will sie sich nicht äußern.

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[taz 11.12.12] Späte Rechnung

Eineinhalb Jahre nach der Besetzung des ehemaligen Finanzamts Altona bekommen 40 Aktivisten Strafbefehle von Kai von Appen

Die Besetzung des ehemaligen Finanzamts Altona in der Großen Bergstraße hat ein Nachspiel. Den 40 BesetzerInnen flatterten jetzt Strafbefehle wegen Hausfriedensbruch ins Haus. Insgesamt verlangt die Staatsanwaltschaft 20.000 Euro Strafe von den Aktivisten. Die Betroffenen werden Widerspruch einlegen, so dass eine Flut von Prozessen zu erwarten ist.

Rund 200 Menschen hatten am 23. April vorigen Jahres das Finanzamtsgebäude besetzt, das zuvor mehrere Jahre leer gestanden hatte. Die Aktivisten wollten in dem Gebäude ein „Autonomes Zentrum“ eröffnen und so einen „Kontrapunkt“ gegen die Gentrifizierung Altonas setzen, die mit den Plänen zu einer „Neuen Mitte“ auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Turbo-Geschwindigkeit voranschreite. Und sie wollten auf den städtischen Leerstand hinweisen sowie darauf, dass die Stadt das leer stehende Gebäude als Spekulationsobjekt betrachte: „Die Stadt scheint auf den Bau des neuen Ikea und der damit einhergehenden Wertsteigerung von Immobilien in der Großen Bergstraße zu warten“, hieß es damals.

Nach sieben Stunden Besetzung räumte die Polizei das Gebäude. Obwohl es viele Fluchtwege über die Nachbarhäuser gab, entschlossen sich 40 Personen, sich von der Polizei festnehmen zu lassen.

Dass die Strafbefehle erst nach eineinhalb Jahre erlassen worden sind, hat nach Ansicht der Betroffenen politische Gründe: Der Stadt sei es unangenehm, dass die Angelegenheit an eine große Öffentlichkeit komme. Nach der Besetzung war das Gebäude wieder für eine gewerbliche und künstlerische Nutzung freigegeben worden.

Die Betroffenen kündigten an, die Prozesse zu nutzen, um den Widerstand gegen Gentrifizierung zu politisieren. Die verfehlte Stadtentwicklungspolitik und der bestehende Leerstand müssten skandalisiert werden.

KOMMENTAR HÄUSERKAMPF
Stadt hat nichts dazugelernt von Kai von Appen

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Prozesse am 9.1. und 10.1.!

Am Mittwoch, den 09.01. finden gleich zwei Prozesse wegen der Besetzung des ehemaligen Finanzamtes Altona vor dem Jugendgericht statt. Beide Prozesse beginnen um 09:00 Uhr. Wir treffen uns um 08:30 Uhr vor dem Strafjustizgebäude Hamburg (Sievekingplatz 3) zum gemeinsamen Frühstück und werden dort deutlich machen, dass wir keine_n mit der Repression alleine lassen!

Am Donnerstag, den 10.01. findet ein weiterer Prozess gegen eine Aktivistin vor dem Jugendgericht Harburg statt. Die Verhandlung beginnt um 10:45 Uhr. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr vor dem Gerichtsgebäude in der Buxtehuderstr. 9.

Transpis, Plakate und Beiträge zum Frühstück sind willkommen!

Seid solidarisch, lasst die Betroffenen nicht alleine und kommt zu den Prozessen! Es ist immer ein Angriff
auf uns Alle!