Archiv für Januar 2012

Bericht + Video zum 17.12.11

Das Autonome Zentrum Altona, der Weihnachtsmarkt, die Sesamstraße, die Polizei & ein Schuhladen:

Am 17.12. fand der Aktionstag der Kampagne „Flora bleibt unverträglich!“ gegen kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung statt. Unter dem Motto „Access all Areas“ waren alle dazu aufgerufen die umkämpften Plätze der Stadt sichtbar zu machen und durch dezentrale Aktionen ein deutliches Zeichen gegen die Verdrängungspolitik zu setzen.

Das Autonome Zentrum Altona rief zur Kundgebung „Weihnachtsfeier im Exil“ auf dem Alma-Wartenberg-Platz auf. Um 15 Uhr versammelten sich etwa 40 Menschen und ein Streifenwagen dort. Auf Nachfrage der Polizei, welche Person diese Veranstaltung anmelden und organisieren würde, gab es keine Antwort. Also konnte die Kundgebung wie geplant unangemeldet, ganz im Sinne einer Platzbesetzung stattfinden.

Es wurden Kinderpunsch und Flyer an Passant*innen und Anwohner*innen verteilt und die Gelegenheit genutzt ins Gespräch zu kommen. Zwischen 15 Uhr und 17.30 Uhr haben sich immer wieder Menschen zum Kundgebungsort bewegt, sodass etwa 100 interessierte Menschen an dem Tag das AZ Altona im Exil besucht haben.

Sehr erfreulich an diesem Tag war Berichten zufolge, dass sich ein Ernie & Bert Flashmob ungestört von der Polizei in Altona bewegen konnte, da die Polizei sich um die Aufsicht des Kundgebungsortes kümmerte. So wurden die Menschen beim Weihnachts-Shopping von etwa 20 Ernies und Berts mit Parolen, wie „Az Altona kommt“, oder „Kapitalismus abschaffen“ konfrontiert. Viele Kinder winkten ganz begeistert und fragten ihre Eltern, was denn auf den Schildern oder den verteilten Flyern stehen würde.

Danach besuchten Ernie und Bert den Weihnachtsmarkt in Altona, um gemeinsam eine neue Version vom „Rauch-Haus-Song“ zu singen. Als der Text verteilt wurde, erwiderten einige Weihnachtsmarkt Besucher*innen sofort, dass sie das Lied kennen würden und sangen mit.

Die letzte Station des Flashmobs war der neue „Love-Boots“ Laden am Spritzenplatz in Altona. Zuvor befand sich dort ein netter Kiosk, betrieben von einer türkisch-stämmigen Familie, bei dem der Kaffee 1 Euro kostete. Ernie und Bert waren so begeistert über den 9. Schuhladen in der Ottenser Hauptstraße, dass sie direkt alle Schuhe anprobieren wollten. Die Verkäuferinnen fanden das überhaupt nicht angemessen und riefen hysterisch die Polizei. Als diese eintraf waren Ernie und Bert allerdings schon weitergezogen, sodass die Polizei in Ruhe alle Schuhe sicherstellen konnte. Berichten zu Folge hat der Polizei-Einsatz im Schuhladen herumstehende Menschen des Weihnachtsmarkts sehr verwirrt, da nicht ersichtlich war, warum ca. 30 Polizist*innen etwa 20 Minuten lang einen Schuhladen durchsuchten. So hat sich eben an diesem Tag auch die Polizei teilweise am „Access all Areas“ Konzept beteiligt und uns eine Menge Spaß beschert.

AZ Altona kommt!