Ein autonomes Zentrum für Altona!

Bahrenfelderstr. 130

Seit heute morgen verkündet ein Plakat in Hamburg-Altona die Eröffnung eines neuen autonomen Stadtteilzentrums. Dieses soll in einem Gebäude entstehen, dass seit vielen Jahren nicht genutzt wird und leer steht. Als offizieller Eröffnungstermin wird der 1. Mai genannt.

Am Sonntagmorgen wurde in der Bahrenfelder Straße 130 in Hamburg-Altona offiziell die Eröffnung eines neuen selbstverwalteten Stadtteilzentrums für Altona angekündigt. Auf einem Schild über dem Gebäude, welches bereits seit vielen Jahren leer steht, wird die feierliche Einweihung zum 1. Mai 2011 angekündigt. Das Stadtteilzentrum wurde von verschiedenen Anwohnerinnen und Anwohnern und Stadtteilinitiativen durchgesetzt. Wie, wo und in welcher Form das neue Stadtteilzentrum eingeweiht wird, soll eine Überraschung bleiben.

Anlass der selbst in Angriff genommenen Ankündigung ist, dass die AnwohnerInnen von Altona nicht mehr länger tatenlos zusehen wollen, wie die Gegend allein nach ökonomischen Interessen umgestaltet wird. Viele fordern ein autonomes Zentrum, welches sich dieser Entwicklung diametral entgegenstellt. Das selbstverwaltete Stadtteilzentrum versteht sich selbst als Kontrapunkt gegen die von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt angestoßenen Gentrifizierungsprozesse, die in den Stadtteilen St. Pauli, St. Georg, Karo- und Schanzenviertel, aber auch gerade in Altona allgegenwärtig sind. Während im städtischen Raum private Immobilien zu hunderten nur so aus dem Boden sprießen, schließen nach und nach diejenigen Orte, an denen sich Menschen abseits ökonomischer Kriterien begegnen können. In Altona kann man eindrucksvoll beobachten, wie sich die von Politik und Wirtschaft forcierte Stadtentwicklungspolitik auf den Stadtteil und seine Bewohnerinnen und Bewohner auswirkt: vereinsamend und verdrängend. In Altona soll es endlich wieder eine öffentlichen und nicht-kommerziellen Raum geben, der für alle zugänglich ist.

Altona ist momentan von großen Umstrukturierungsprozessen gekennzeichnet. Trotz großem Protest wurde das Frappant-Gebäude in Altona abgerissen und durch einen IKEA mitten im Stadtteil ersetzt. Bemühungen eines nicht-kommerziellen Stadtteilzentrums haben sich hier ebenso wenig erfüllt wie der Versuch eines sozialen Zentrums von der AnwohnerInnen Initiative Anna Elbe in der alten Seefahrtschule. Die alte Seefahrtschule wurde letztendlich an eine private Investorengruppe verkauft. Auch das brachliegende Bahngelände am Altona Bahnhof soll nun bebaut werden. Auch hier werden hochpreisige Wohnungen gebaut, welches durch den allgemeinen Mietenspiegel zu weiteren Mietsteigerungen in den angrenzenden Quartieren zur Folge haben wird.

In Zeiten, in denen Räume wie die Rote Flora bedroht werden, gilt es nicht nur für deren Erhalt zu Kämpfen, sondern sich auch weitere Räume für eine nicht-kommerzielle Nutzung anzueignen.

Nicht nur die Rote Flora bleibt, Zeit zu expandieren!

Wir rufen gleichzeitig dazu auf, an der bundesweiten Demo „Tanz in den Mai: Gegen kapitalistische Zustände, für den Erhalt der Flora und das Recht auf Stadt!“ am 30 April teilzunehmen ( http://florableibt.blogsport.de/). Die Demo wird um 15 Uhr an der Roten Flora starten und in Altona enden. Kommt nach Hamburg!
Für 1,2,3, viele autonome Zentren in Hamburg und anderswo!
Stadt selbst machen!

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